Afghanische Frauenrechtlerin für Abzug der NATO-Truppen

Malalai Joya auf Einladung der Linksfraktion in Berlin

Die Links Zeitung, 14. September 2007

Malalai Joya in Press Conference in Kabul on May 21
Malalai Joya

Berlin (LiZ). "Malalai Joya ist eine unbestechliche Abgeordnete, die mutig für Frauenrechte, Partizipation und eine friedliche Entwicklung in Afghanistan kämpft", sagt Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke zu einem Besuch der afghanischen Frauenrechtlerin und Parlamentarierin, die auf Einladung der Linksfraktion vom 18. bis 21. September in Berlin über die Situation von Frauen in ihrem Heimatland berichten, Gespräche mit deutschen Abgeordneten führen und um Unterstützung für ein von ihr aufgebautes Frauen- und Kinderkrankenhaus werben will. Frau Joya ist in Afghanistan eine der bekanntesten Politikerinnen. "Entscheidend dabei ist ihre Forderung nach einem Abzug der Besatzerinnen und Besatzer, die aus strategischen Interessen mit den Warlords und Drogenbaronen zusammenarbeiten", so Heike Hänsel.

Die Bundesregierung dagegen wolle weitermachen wie bisher und setze auch in ihrem neuen Afghanistankonzept weiterhin auf die militärische Karte. "Malalai Joya jedoch gibt die Hoffnung nicht auf, ihre Ziele mit zivilen Mitteln erreichen zu können. Sie setzt sich dabei für eine breite Beteiligung der Zivilbevölkerung am politischen und sozialen Aufbau Afghanistans ein", sagte Hänsel.

Am Dienstag, 18. September, nimmt Malalai Joya an der Fraktionssitzung der Linken teil. Am Mittwoch findet von 16.00 bis 18.00 Uhr ein Workshop zur Situation von Frauen in Afghanistan und gegen 19.00 Uhr eine Diskussionsrunde zur Filmvorführung "Enemies of Happiness" statt.