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Joya's Book

Veranstaltung mit Malalai Joya: Acht Jahre Krieg in Afghanistan!

Frau Joya ist eine sehr mutige und politisch sensible Frau mit klarer Vorstellung über die Feinde ihres Landes.

DIE LINKE, 18. February 2010

Malalai Joya

Malalai Joya war Ende 2003 international bekannt geworden, als sie vor der Loya Jirga (verfassungsgebende Versammlung in Afghanistan) eine Rede hielt, in der sie die Anwesenheit von Warlords und Kriminellen in der Versammlung kritisierte. Sie wurde nicht nur aus der Versammlung ausgeschlossen, sondern erhielt seitdem Morddrohungen und musste um ihr Leben fürchten. Dennoch hörte ihr Kampf für die Rechte von Frauen, für Demokratie und gegen die Korruption der Regierung ihres Landes, nicht auf. Bei den Parlamentswahlen 2005 in der Provinz Farah wurde sie auf Grund ihres anhaltenden Kampfes für Gerechtigkeit gewählt und erhielt ein Mandat.

Im Rahmen der Vorstellung ihres Buches „Ich erhebe meine Stimme“, ist Frau Joya in verschiedenen europäischen Ländern zu Gast, am Sonntag, den 14 Februar, war sie auf Einladung des afghanischen Frauenvereins in Wilhelmburg und referierte dort vor über 100 Menschen - überwiegend AfghanInnen

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Malalai Joya: „Die Afghanen haben von der US-Besatzung und dem korrupten Mafiastaat von Hamid Karzai die Nase voll“

„Heute leben wir unter Gewaltherrschaft mit der korruptesten und unbeliebtesten Regierung auf der ganzen Welt.“

PROPAGANDAFRONT, 17.12.2009
Mike Whitney, GlobalResearch.ca, 13.12.2009

Malalai Joya

Was für ein Pech aber auch, dass Barack Obama sich nicht mit Malalai Joya beriet, bevor er am Donnerstag seine Nobelpreisrede hielt. Die ehemalige afghanische Parlamentarierin hätte dem Präsidenten dabei helfen können zu begreifen, dass die anhaltende US-Besatzung den amerikanischen und afghanischen Interessen schädlich ist. Afghanistan ist nicht der „gerechte Krieg“ den Obama so leidenschaftlich in seiner Rede verteidigt. Es ist Teil einer größeren geopolitischen Strategie der USA, die Joya in ihrem neuen Buch „Eine Frau unter den Warlords: Die außerordentliche Geschichte einer Afghanin, die es wagte ihre Stimme zu erheben“ ausbreitet. US-Strategieplaner haben sich dafür entschieden einen Brückenkopf in Zentralasien einzurichten um das Wachstum Chinas zu beobachten, Russland einzukreisen, die essentiellen Ressourcen des Kaspischen Beckens zu kontrollieren und den US-Megakonzernen Sicherheit zu bieten, welche Asien als den „Markt der Zukunft“ ansehen. Es war von Anfang an das Great Game. „Sieg“ bedeutet in Afghanistan, dass eine Handvoll Waffenproduzenten, Ölmagnaten und militärische Vertragsnehmer sehr reich werden. So sieht es aus. Das hat nichts mit Al-Qaeda, „Demokratieförderung“ oder der nationalen Sicherheit der USA zu tun. Das ist alles nur geistiger Public-Relations-Dünnpfiff.

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ABGESAGTE STICHWAHL: "Die Afghanen haben das Vertrauen verloren"

Die afghanische politische Aktivistin Malalai Joya hält Präsident Karsai für diskreditiert. Ebenso wie seinen Rivalen Abdullah, der auf eine Stichwahl verzichtete.

Das Gespräch führte Andin Tegen, Zeit, 2.11.2009

ZEIT ONLINE: Bei der Präsidentenwahl am 20. August waren Hunderttausende Stimmen manipuliert. Nun hat der frühere Außenminister Abdullah Abdullah, der Herausforderer von Präsident Hamid Karsai, seine Teilnahme an der Stichwahl am kommenden Wochenende abgesagt, weil er erneuten Betrug fürchtete. Was hätte sich eigentlich in Afghanistan geändert, wenn Abdullah an die Macht gekommen wäre?

Malalai Joya: Hinter Abdullah stehen die brutalsten Warlords der Nordallianz. Wenn er an die Macht käme, hätten diese Warlords noch mehr zu sagen gehabt, das Land würde brutaler regiert werden als je zuvor. Abdullah hat zudem Verbindungen zum iranischen Regime, was bedeutet, dass Iran Afghanistan stark beeinflussen würde.

ZEIT ONLINE: Hätten denn jetzt überhaupt noch Afghanen an der zweiten Runde der Präsidentenwahl teilgenommen?

Joya: Viele Menschen hatten schon vorher kein Interesse zur Wahl zu gehen, weil sie keinen Unterschied zwischen den beiden Kandidaten sehen. Denn auch Karsai hat Verbindungen zu den Warlords. Die Afghanen wussten, dass ihre Stimmen nicht über das Endergebnis entscheiden würden. Sie haben jedes Vertrauen in die politische Führung verloren.

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Die Hoffnung Afghanistans

Malalai Joya erhebt ihre Stimme für die Menschen Afghanistans

Von Farah Lenser, einseitig.info, 01.10.2009

German version of Malalai Joya's book

Eine Filmszene, die mir nicht aus dem Kopf geht: Ein alter Mann mit langen weißen Haaren und Bart, eingehüllt in weiße Tücher und gestützt auf seinem Stock betritt das Büro Malalai Joyas: „Ich habe gehört, dass Du eine weise Frau bist!“ eröffnet er seine Rede. In unserem Dorf wollen Dich viele wählen.“ „Wie viele?“ fragt Malalai. Der alte Mann überlegt: „Ungefähr 130, nein 135 wollen Dich wählen. Du musst wissen, die Kandidaten kommen ins Dorf und kaufen Stimmen, sie bieten jedem Geld, der sie wählt. Aber wir werden Dich wählen, ich wähle Dich auch“, sagt er, verabschiedet sich und läuft auf der staubigen Straße langsam zurück in sein Dorf.

Feinde des Glücks

Wie denn das auf sie wirke, frage ich Malalai Joya, ein alter Mann, der sich auf den weiten Weg zu ihr aufmache, um ihr sein Vertrauen auszudrücken?

„Ich muss sagen, dass mir oft die Worte fehlen, um all diesen Menschen meinen Dank auszudrücken, alte und junge Menschen unterstützen mich, nicht nur mich als Person, sondern sie unterstützen die Wahrheit und die Hoffnung, die zur Zeit noch ein Traum zu sein scheint, dass eines Tages alle Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden, dass sie vor einem Internationalen Gerichtshof Rechenschaft ablegen müssen und die Wahrheit ans Licht kommt. Kein Film, kein Buch kann die Tragödie des afghanischen Volkes beschreiben, das ungeheure Leid der Frauen, Männer und Kinder, die seit Jahrzehnten im Krieg leben. Aber der Film „Enemies of Happiness“ gibt einen Eindruck von der starken Solidarität dieser Menschen, die endlich Gerechtigkeit wollen.“

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Interview mit Malalai Joya: Kein Frieden mit Fundamentalisten

Joya: "Demokratie und Freiheit sind kein Blumenstrauß, den man einer Nation einfach so überreichen kann."

Andin Tegen, Qantara.de, 10.09.2009

Die afghanische Abgeordnete und Bürgerrechtsaktivistin Malalai Joya kritisiert im Interview mit Qantara.de die militärische Intervention des Westens am Hindukusch, die Regierungspolitik Hamid Karzais und die Machtverhältnisse im Parlament.

Malalai Joya
Malalai Joya: "Demokratie und Freiheit sind kein Blumenstrauß, den man einer Nation einfach so überreichen kann. Es gibt Werte, die nur durch die Anstrengungen des Volkes selbst zurück gewonnen werden können!"

Frau Joya, Sie sind in Afghanistan geboren und lebten 16 Jahre lang im Exil. Seit Ihrer Kindheit kennen Sie das Land nur im Kriegszustand, dennoch haben Sie sich entschlossen zurückzukommen. Warum?

Malalai Joya: Seit meiner Geburt leidet dieses Land unter permanenter Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Ich habe die Leiden meiner Landsmänner und Frauen sehr genau kennen gelernt und es als gebildete und politisch bewusste Frau irgendwann als meine Pflicht angesehen, zu helfen, speziell den unterdrückten Frauen.

Worunter leidet die Bevölkerung heute am meisten?

Joya: Die gesamte Situation ist eine Katastrophe. Die Menschen sind so verunsichert, dass sie ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken, weil sie fürchten, dass sie gekidnappt oder, speziell die Mädchen, vergewaltigt werden. Die Anzahl der Vergewaltigungen steigt derzeit immens, ebenso wie die der Entführungen und Morde. Häusliche Gewalt veranlasst immer noch viele Frauen dazu, sich lieber umzubringen, als dem Elend standzuhalten.

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AFGHANISTAN VOR WAHLEN: "Ich sehe nur mehr Krieg, Terror und Gewalt"

Bürgerrechtlerin und Abgeordnete Malalai Joya wirft im STANDARD-Interview Karsai wie den USA vor, gemeinsame Sache mit Kriegsherren zu machen

DER STANDARD, 18. August 2009

Die Bürgerrechtlerin und Abgeordnete Malalai Joya muss sich vor ihren Gegnern versteckt halten. Kriegsherren und Fundamentalisten regieren Afghanistan, sagt sie Andin Tegen in einem schriftlich geführten Interview.

Malalai Joya
Offene Kritikerin des Präsidenten: Malalai Joya wirft Karsai wie den USA vor, gemeinsame Sache mit Kriegsherren zu machen.

STANDARD: Worunter leidet die Bevölkerung heute am meisten?

Joya:Die gesamte Situation ist eine Katastrophe. Die Menschen sind so verunsichert, dass sie ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken, weil sie fürchten, dass sie gekidnappt oder, speziell die Mädchen, vergewaltigt werden. Die Anzahl der Vergewaltigungen steigt gerade immens, ebenso wie die der Entführungen und Morde. Häusliche Gewalt veranlasst immer noch viele Frauen sich lieber umzubringen, als dem Elend standzuhalten.

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