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Joya's Book

TIME Magazine spielt falsches Spiel und unterschlägt ihre Botschaft

Interview mit der afghanischen Friedensaktivistin Malalai Dschoja (Joya)

von Sonali Kolhatkar, AlterNet / ZNet, 04.05.2010
Übersetzt von: Andrea Noll

Malalai Joya TIME 100

3. Mai 2010. Malalai Dschoja, die afghanische Aktivistin und ehemalige Abgeordnete des Afghanischen Parlamentes nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie zählt zu den lautesten Gegnern des Krieges der USA und der Nato in Afghanistan. In einem aktuellen Artikel (1) forderte sie die USA auf: "Hört auf, meine Leute zu töten".

Vor nahezu drei Jahren wurde Dschoja aus dem Afghanischen Parlament ausgeschlossen, weil sie die Herrschaft der Warlords angeprangert hatte. Seither muss sie um ihr Leben fürchten. Sie hat mehrere Mordanschläge überlebt. Dennoch will sie weiterhin in Afghanistan leben. Ihre Memoiren 'A Woman Among Warlords' (2), die sie mit Unterstützung von Derrick O'Keefe verfasst hat, sind Ende vergangenen Jahres bei Simon and Schuster erschienen. In der vergangenen Woche setzte das TIME Magazine Dschoja auf seine Liste der 100 einflussreichsten Personen des Jahres 2010 ("100 Most Influential People" (1)). Am 3. Mai konnte ich Malalai Dschoja für ein Interview gewinnen. Sie sprach mit mir per Satellitentelefon aus Afghanistan.

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»Wir sagen Nein zu noch mehr Truppen«

Malalai Joya: ich werde nicht müde zu wiederholen, daß keine Nation eine andere Nation »befreien« kann.

Von Malalai Joya, Die junge Welt, 26. Februar 2010

Malalai Joya

Aus der Rede von Malalai Joya auf der Demonstration gegen den Afghanistan-Krieg am 20. Februar in Berlin. Die 31jährige Afghanin war Ende 2003 international bekannt geworden, als sie vor der Loya Jirga, der verfassungsgebenden Versammlung in Afghanistan, die Anwesenheit von Warlords und Kriminellen in der Regierung kritisierte. Sie wurde aus der Versammlung entfernt und lebt unter ständiger Bedrohung in Afghanistan. Bei den Parlamentswahlen 2005 errang sie in der Provinz Farah ein Abgeordnetenmandat. 2007 wurde sie wegen ihrer kritischen Haltung gegenüber der Regierung Hamid Karsais und der NATO-geführten Besatzung aus dem Parlament ausgeschlossen. Im vergangenen Jahr erschien im Piper-Verlag ihr Buch »Ich erhebe meine Stimme. Eine Frau kämpft gegen den Krieg in Afghanistan«.

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Veranstaltung mit Malalai Joya: Acht Jahre Krieg in Afghanistan!

Frau Joya ist eine sehr mutige und politisch sensible Frau mit klarer Vorstellung über die Feinde ihres Landes.

DIE LINKE, 18. February 2010

Malalai Joya

Malalai Joya war Ende 2003 international bekannt geworden, als sie vor der Loya Jirga (verfassungsgebende Versammlung in Afghanistan) eine Rede hielt, in der sie die Anwesenheit von Warlords und Kriminellen in der Versammlung kritisierte. Sie wurde nicht nur aus der Versammlung ausgeschlossen, sondern erhielt seitdem Morddrohungen und musste um ihr Leben fürchten. Dennoch hörte ihr Kampf für die Rechte von Frauen, für Demokratie und gegen die Korruption der Regierung ihres Landes, nicht auf. Bei den Parlamentswahlen 2005 in der Provinz Farah wurde sie auf Grund ihres anhaltenden Kampfes für Gerechtigkeit gewählt und erhielt ein Mandat.

Im Rahmen der Vorstellung ihres Buches „Ich erhebe meine Stimme“, ist Frau Joya in verschiedenen europäischen Ländern zu Gast, am Sonntag, den 14 Februar, war sie auf Einladung des afghanischen Frauenvereins in Wilhelmburg und referierte dort vor über 100 Menschen - überwiegend AfghanInnen

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Malalai Joya: „Die Afghanen haben von der US-Besatzung und dem korrupten Mafiastaat von Hamid Karzai die Nase voll“

„Heute leben wir unter Gewaltherrschaft mit der korruptesten und unbeliebtesten Regierung auf der ganzen Welt.“

PROPAGANDAFRONT, 17.12.2009
Mike Whitney, GlobalResearch.ca, 13.12.2009

Malalai Joya

Was für ein Pech aber auch, dass Barack Obama sich nicht mit Malalai Joya beriet, bevor er am Donnerstag seine Nobelpreisrede hielt. Die ehemalige afghanische Parlamentarierin hätte dem Präsidenten dabei helfen können zu begreifen, dass die anhaltende US-Besatzung den amerikanischen und afghanischen Interessen schädlich ist. Afghanistan ist nicht der „gerechte Krieg“ den Obama so leidenschaftlich in seiner Rede verteidigt. Es ist Teil einer größeren geopolitischen Strategie der USA, die Joya in ihrem neuen Buch „Eine Frau unter den Warlords: Die außerordentliche Geschichte einer Afghanin, die es wagte ihre Stimme zu erheben“ ausbreitet. US-Strategieplaner haben sich dafür entschieden einen Brückenkopf in Zentralasien einzurichten um das Wachstum Chinas zu beobachten, Russland einzukreisen, die essentiellen Ressourcen des Kaspischen Beckens zu kontrollieren und den US-Megakonzernen Sicherheit zu bieten, welche Asien als den „Markt der Zukunft“ ansehen. Es war von Anfang an das Great Game. „Sieg“ bedeutet in Afghanistan, dass eine Handvoll Waffenproduzenten, Ölmagnaten und militärische Vertragsnehmer sehr reich werden. So sieht es aus. Das hat nichts mit Al-Qaeda, „Demokratieförderung“ oder der nationalen Sicherheit der USA zu tun. Das ist alles nur geistiger Public-Relations-Dünnpfiff.

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ABGESAGTE STICHWAHL: "Die Afghanen haben das Vertrauen verloren"

Die afghanische politische Aktivistin Malalai Joya hält Präsident Karsai für diskreditiert. Ebenso wie seinen Rivalen Abdullah, der auf eine Stichwahl verzichtete.

Das Gespräch führte Andin Tegen, Zeit, 2.11.2009

ZEIT ONLINE: Bei der Präsidentenwahl am 20. August waren Hunderttausende Stimmen manipuliert. Nun hat der frühere Außenminister Abdullah Abdullah, der Herausforderer von Präsident Hamid Karsai, seine Teilnahme an der Stichwahl am kommenden Wochenende abgesagt, weil er erneuten Betrug fürchtete. Was hätte sich eigentlich in Afghanistan geändert, wenn Abdullah an die Macht gekommen wäre?

Malalai Joya: Hinter Abdullah stehen die brutalsten Warlords der Nordallianz. Wenn er an die Macht käme, hätten diese Warlords noch mehr zu sagen gehabt, das Land würde brutaler regiert werden als je zuvor. Abdullah hat zudem Verbindungen zum iranischen Regime, was bedeutet, dass Iran Afghanistan stark beeinflussen würde.

ZEIT ONLINE: Hätten denn jetzt überhaupt noch Afghanen an der zweiten Runde der Präsidentenwahl teilgenommen?

Joya: Viele Menschen hatten schon vorher kein Interesse zur Wahl zu gehen, weil sie keinen Unterschied zwischen den beiden Kandidaten sehen. Denn auch Karsai hat Verbindungen zu den Warlords. Die Afghanen wussten, dass ihre Stimmen nicht über das Endergebnis entscheiden würden. Sie haben jedes Vertrauen in die politische Führung verloren.

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Die Hoffnung Afghanistans

Malalai Joya erhebt ihre Stimme für die Menschen Afghanistans

Von Farah Lenser, einseitig.info, 01.10.2009

German version of Malalai Joya's book

Eine Filmszene, die mir nicht aus dem Kopf geht: Ein alter Mann mit langen weißen Haaren und Bart, eingehüllt in weiße Tücher und gestützt auf seinem Stock betritt das Büro Malalai Joyas: „Ich habe gehört, dass Du eine weise Frau bist!“ eröffnet er seine Rede. In unserem Dorf wollen Dich viele wählen.“ „Wie viele?“ fragt Malalai. Der alte Mann überlegt: „Ungefähr 130, nein 135 wollen Dich wählen. Du musst wissen, die Kandidaten kommen ins Dorf und kaufen Stimmen, sie bieten jedem Geld, der sie wählt. Aber wir werden Dich wählen, ich wähle Dich auch“, sagt er, verabschiedet sich und läuft auf der staubigen Straße langsam zurück in sein Dorf.

Feinde des Glücks

Wie denn das auf sie wirke, frage ich Malalai Joya, ein alter Mann, der sich auf den weiten Weg zu ihr aufmache, um ihr sein Vertrauen auszudrücken?

„Ich muss sagen, dass mir oft die Worte fehlen, um all diesen Menschen meinen Dank auszudrücken, alte und junge Menschen unterstützen mich, nicht nur mich als Person, sondern sie unterstützen die Wahrheit und die Hoffnung, die zur Zeit noch ein Traum zu sein scheint, dass eines Tages alle Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden, dass sie vor einem Internationalen Gerichtshof Rechenschaft ablegen müssen und die Wahrheit ans Licht kommt. Kein Film, kein Buch kann die Tragödie des afghanischen Volkes beschreiben, das ungeheure Leid der Frauen, Männer und Kinder, die seit Jahrzehnten im Krieg leben. Aber der Film „Enemies of Happiness“ gibt einen Eindruck von der starken Solidarität dieser Menschen, die endlich Gerechtigkeit wollen.“

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