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Interview mit Malalai Joya: Kein Frieden mit Fundamentalisten

Joya: "Demokratie und Freiheit sind kein Blumenstrauß, den man einer Nation einfach so überreichen kann."

Andin Tegen, Qantara.de, 10.09.2009

Die afghanische Abgeordnete und Bürgerrechtsaktivistin Malalai Joya kritisiert im Interview mit Qantara.de die militärische Intervention des Westens am Hindukusch, die Regierungspolitik Hamid Karzais und die Machtverhältnisse im Parlament.

Malalai Joya
Malalai Joya: "Demokratie und Freiheit sind kein Blumenstrauß, den man einer Nation einfach so überreichen kann. Es gibt Werte, die nur durch die Anstrengungen des Volkes selbst zurück gewonnen werden können!"

Frau Joya, Sie sind in Afghanistan geboren und lebten 16 Jahre lang im Exil. Seit Ihrer Kindheit kennen Sie das Land nur im Kriegszustand, dennoch haben Sie sich entschlossen zurückzukommen. Warum?

Malalai Joya: Seit meiner Geburt leidet dieses Land unter permanenter Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Ich habe die Leiden meiner Landsmänner und Frauen sehr genau kennen gelernt und es als gebildete und politisch bewusste Frau irgendwann als meine Pflicht angesehen, zu helfen, speziell den unterdrückten Frauen.

Worunter leidet die Bevölkerung heute am meisten?

Joya: Die gesamte Situation ist eine Katastrophe. Die Menschen sind so verunsichert, dass sie ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken, weil sie fürchten, dass sie gekidnappt oder, speziell die Mädchen, vergewaltigt werden. Die Anzahl der Vergewaltigungen steigt derzeit immens, ebenso wie die der Entführungen und Morde. Häusliche Gewalt veranlasst immer noch viele Frauen dazu, sich lieber umzubringen, als dem Elend standzuhalten.

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AFGHANISTAN VOR WAHLEN: "Ich sehe nur mehr Krieg, Terror und Gewalt"

Bürgerrechtlerin und Abgeordnete Malalai Joya wirft im STANDARD-Interview Karsai wie den USA vor, gemeinsame Sache mit Kriegsherren zu machen

DER STANDARD, 18. August 2009

Die Bürgerrechtlerin und Abgeordnete Malalai Joya muss sich vor ihren Gegnern versteckt halten. Kriegsherren und Fundamentalisten regieren Afghanistan, sagt sie Andin Tegen in einem schriftlich geführten Interview.

Malalai Joya
Offene Kritikerin des Präsidenten: Malalai Joya wirft Karsai wie den USA vor, gemeinsame Sache mit Kriegsherren zu machen.

STANDARD: Worunter leidet die Bevölkerung heute am meisten?

Joya:Die gesamte Situation ist eine Katastrophe. Die Menschen sind so verunsichert, dass sie ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken, weil sie fürchten, dass sie gekidnappt oder, speziell die Mädchen, vergewaltigt werden. Die Anzahl der Vergewaltigungen steigt gerade immens, ebenso wie die der Entführungen und Morde. Häusliche Gewalt veranlasst immer noch viele Frauen sich lieber umzubringen, als dem Elend standzuhalten.

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Afghanische Parlamentarierin zum Abschuss freigegeben

Vier Mordversuche hat sie bereits überlebt. Doch die Kriegsherren in Afghanistan geben nicht auf und bezeichnen sie als «dead woman walking».

Tages Anzeiger, 29.07.2009

Malalai Joya
«Dead woman walking»: Malalai Joya hat bereits vier Mordattentate überlebt.

Ich weiss nicht, wie viele Tage ich noch am Leben sein werde, sagt Malalai Joya gegenüber der britischen «Independent» und dem «Telegraph». Die zierliche 30-jährige Frau wurde vor vier Jahren als jüngste Vertreterin ins Parlament gewählt. Das stört viele Warlords und Fundamentalisten, denn sie verleiht den Frauen im stark patriarchalisch geprägten Land eine Stimme und ein Gesicht. Bei ihrer Antrittsrede sprach sie dem Land ihr Beileid aus, was sogleich den Zorn vieler Kriegsherren im Parlament auf sie zog. Sie trägt daher in der Öffentlichkeit stets eine Burka und wird von 12 Personenschützern begleitet. Bisher hat Joya bereits vier Mordversuche überlebt.

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